:Black Sun
Ich habe das Malen angefangen. Ich trinke auch weiterhin. Ich habe ein Lebensziel, wenn man es zynischerweise so sehen möchte. Ich gebe nicht auf, aber ich gebe Vollgas in Richtung Dunkelheit. Diagnosen hin oder her, tolle Zusprüche oder geheucheltes Gerede. Macht was ihr wollt.
In diesen grauen Tagen, zwischen Sonnenschein und Platzregen, was ich sowohl als Metapher als auch als echtes Wetter momentan erlebe, erhebe ich mein Haupt und lasse mich nicht zerstören.
Man kann mir vieles nachsagen, darf mir einiges vorwerfen, das ist mir durchaus bewusst. Dennoch wollte ich einfach immer nur eines, nämlich nicht geduckt durch diese Welt gehen und wissen, was ich aus mir mache.
Heute weiß ich das. Heute weiß ich, das ich schon sehr viel weggeworfen habe, das ich besser behalten hätte, weiß aber auch das so manch schmerzhafte Erfahrung ein muss in meinem Leben war, damit ich weiter existieren kann.
Was soll schon dieses philosophische gequassel, wenn ich selbst nicht zurecht komme.
Die letzten zwei Tage haben so einiges in mir wach gerüttelt. Sie kleben noch jetzt an mir wie ein Duft aus vergangener Zeit, eine liebliche Brise reichend von einer Zeit, die ich lange vergessen. Die frage ist nun, wie sollte ich damit umgehen...
Es ist wie ein Echo in mir, es ist, als würde sich mein inneres einmal mehr nach außen drehen und ich weiß nicht mehr, wo vorne oder hinten ist. Was zum Henker mache ich hier eigentlich?
Das ich krank bin, ist nun offensichtlich, auch das ich nichts dagegen unternehme. Und wie weiter? Gehe ich in dem glanzvollen Schmerz einfach unter oder finde ich einen Wert, ein Ziel, das mich umdenken lässt?
Beides scheint derzeit noch sehr fern. In mich gehen, einen geregelten Lauf für mein eigenes Ego finden, so scheint der nächste Schritt. Kämpfen um das, was man lieben gelernt hat. Oder von vorne anfangen und alle Prinzipien über Bord werfen. Will ich das?
Würde ich mir diese Frage doch nur so schnell beantworten können, wie die banalen Sachen im Leben.
Fakt ist einfach, das ich momentan nicht sehr am Leben hänge, mir nichts daraus mache, auch derzeit keinen Grund sehe, irgendwelche Maßnahmen zu ergreifen, diese dunkle Welt um mich herum überhaupt weiter zu erhalten. Wenn es soweit ist, ist es das eben. Hoffnung hypokrisieren oder falsche Andeutungen liegen mir fern.
Ja, ich habe aufgegeben. Auch wenn es nur ich bin, das mir abgeht. Ich bin erfüllt vom Licht und werde vom Dunkel verschlungen. Es fühlt sich warm an.